Arbeitsbedingungen bei Apple-Lieferanten besser aber immer noch unbefriedigend

Arbeitsbedingungen bei Apple-Lieferanten besser aber immer noch unbefriedigend

Im Jahr 2011 haben sich nach einem eigenen Bericht von Apple die Arbeitsbedingungen bei Zulieferern und Auftragsfertigern zwar verbessert, sind aber weiterhin nicht ausreichend.

Im Jahr 2011 haben sich nach einem eigenen Bericht von Apple die Arbeitsbedingungen bei Zulieferern und Auftragsfertigern zwar verbessert, sind aber weiterhin nicht ausreichend.

Erstmals Liste der Lieferanten veröffentlicht

Apple hat in Form einer PDF eine Liste von 156 Firmen veröffentlicht, die 97 Prozent der weltweit für Apple tätigen Zulieferer und Komplettierer enthalten soll. Welche Dimensionen hinter diesen Firmen zumindest teilweise stecken, zeigt das Beispiel von Apples Auftragsfertiger Foxconn, der mehrere hunderttausend Menschen beschäftigt. Dieser Betrieb war wegen erfolgter Drohungen mit einem Massenselbstmord in die Schlagzeilen geraten. In der vergangenen Woche wurde dieser Fall zwar mit einer Einigung bereinigt, jedoch bleibt mit den seit Anfang 2010 registrierten 16 Selbstmorden über diesem Unternehmen ein starker Schatten hängen.

Apple hat bei seinen Lieferanten, die mehr als eine Million Mitarbeiter beschäftigen, im Jahr 2011 229 Kontrollen durchgeführt, was eine Erhöhung der Vorort-Kontrollen um rund 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Gleichfalls ist Apple der Fair Labor Association beigetreten, die künftig zusätzliche unabhängige Kontrollen durchführen wird.

Hauptkritikpunkt ist die Überschreitung der Wochenarbeitszeit

Obwohl in China offiziell seit längerem bereits die 40-Stunden-Woche eingeführt ist, akzeptiert Apple Arbeitszeiten von bis zu 60 Stunden an sechs Tagen pro Woche. An diese schon sehr großzügige Vorgabe Apples hielten sich im Vorjahr jedoch nur 38 Prozent der Lieferanten. In der Mehrzahl dieser Betriebe wolle man nun wöchentliche Kontrollen durchführen, um die übermäßigen Überstunden einzudämmen. Neben Arbeitszeitüberschreitungen wurden auch Verstöße gegen Umweltstandards und unkontrollierte Ausstöße gasförmiger Schadstoffe festgestellt.

Positiv zu werten sei dagegen der Rückgang der Kinderarbeit. Während 2010 noch 91 Fälle von Kinderarbeit bei den direkten Zulieferern registriert wurden, gingen diese in 2011 auf 19 Fälle zurück, die bei einigen Komponentenherstellern noch festgestellt werden mussten. Diesen Erfolg wolle man nun auf die Vorstufen der gesamten Lieferkette übertragen.