Digitale Dividende

Die digitale Dividende hat LTE aufs Land gebracht. Hier steht, welche Frequenzen gemeint sind und warum sie für Internet über Mobilfunk so wertvoll sind.

Stand:

Als digitale Dividende bezeichnet man Funkfrequenzen, die frei wurden, als das Antennenfernsehen von analog auf digital umstieg. Digitales Fernsehen braucht für dieselben Programme deutlich weniger Spektrum. Den Rest hat der Staat an die Mobilfunkbetreiber versteigert.

Es gab zwei Runden. Die erste digitale Dividende umfasst den Bereich um 800 MHz, frei geworden nach dem Wechsel auf DVB-T. Die zweite liegt bei 700 MHz und wurde frei, als das Fernsehen 2017 bis 2019 auf DVB-T2 HD umzog.

Digitale Dividende IDigitale Dividende II
Frequenzen800 MHz (LTE-Band 20)700 MHz (Band 28 / n28)
Versteigert20102015
InhaberTelekom, Vodafone, o2 je 2 × 10 MHzTelekom, Vodafone, o2 je 2 × 10 MHz
Genutzt fürLTELTE und 5G

Warum das für Internet zuhause zählt

Niedrige Frequenzen reichen weit und kommen gut durch Wände. Ein Funkmast, der auf 800 MHz sendet, versorgt eine Funkzelle von mehreren Kilometern Radius. Für dünn besiedelte Gegenden ist das die einzige Art, Mobilfunk bezahlbar in die Fläche zu bringen.

Genau dafür wurden die 800-MHz-Frequenzen 2010 vergeben: mit der Auflage, zuerst die Orte ohne brauchbares DSL zu versorgen, die weißen Flecken. Deshalb gab es LTE in Deutschland zuerst auf dem Dorf und dann in der Stadt. Viele Haushalte, die heute über einen LTE-Router surfen, hängen an diesen Frequenzen.

Der Nachteil: Die Blöcke sind schmal. 2 × 10 MHz je Betreiber tragen deutlich weniger Daten als die breiten Bänder bei 1800 oder 3600 MHz. Wer weit vom Mast wohnt und nur 800 MHz empfängt, teilt sich wenig Kapazität mit vielen Nachbarn. Die Nutzungsrechte für 800 MHz liefen bis Ende 2025; die Bundesnetzagentur hat sie im März 2025 ohne neue Versteigerung bis 2030 verlängert.