GPRS
GPRS war das erste Internet im Handy für alle. Hier steht, was es konnte und warum es bis zur 2G-Abschaltung noch in Alarmanlagen und Automaten steckt.
Stand:
GPRS (General Packet Radio Service) ist ein Verfahren, mit dem das GSM-Netz Daten in Paketen überträgt statt über eine fest geschaltete Leitung. Es kam in Deutschland um 2001 in die Netze und war der erste Datendienst, mit dem ein Handy ständig online sein konnte. In der Anzeige steht dafür ein „G“.
Vorher lief Datenübertragung im GSM-Netz wie ein Telefonanruf: Das Netz schaltete eine Verbindung mit 9,6 kbit/s, und du zahltest nach Minuten, auch wenn gerade nichts übertragen wurde. GPRS bündelte mehrere Zeitschlitze eines GSM-Kanals und schickte Daten nur, wenn welche anfielen. Abgerechnet wurde deshalb nach Datenmenge, ein Modell, das bis heute im Datenvolumen deines Tarifs fortlebt. In der Praxis lagen 40 bis 55 kbit/s an, etwa so viel wie ein analoges Modem.
Der Nachfolger EDGE vervierfachte das Tempo im selben Netz, danach kamen UMTS und LTE.
GPRS heute
Als Internetzugang spielt GPRS keine Rolle mehr. Für eine einzige Webseite von heute bräuchte es Minuten. Zeigt dein Handy oder Router zuhause „G“, ist kein LTE zu empfangen; ein Speedtest lohnt dann gar nicht erst.
Weiter gebraucht wird GPRS dort, wo wenige Daten fließen und Geräte jahrzehntelang hängen: in Alarmanlagen, Aufzugsnotrufen, Zählern, Parkautomaten und im automatischen Notruf eCall älterer Autos. Für sie wird es ernst, wenn GSM abgeschaltet wird. Die Telekom will 2G zum 30. Juni 2028 beenden, o2 in der zweiten Jahreshälfte 2028 und Vodafone schrittweise bis Ende 2030. Wer solche Geräte betreibt, sollte rechtzeitig fragen, ob sie LTE-M oder NB-IoT beherrschen oder getauscht werden müssen.