EDGE
Zeigt dein Handy ein „E“, bist du im ältesten Datennetz, das noch läuft. Hier steht, was EDGE kann und wann es mit GSM verschwindet.
Stand:
EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) ist eine Erweiterung von GPRS, die Daten im GSM-Netz etwa drei- bis viermal so schnell überträgt. Statt rund 50 kbit/s sind mit EDGE gut 200 kbit/s im Download drin. Im Handy steht dafür ein „E“ neben den Balken.
Der Trick war eine dichtere Modulation: EDGE packt drei Bit in ein Funksymbol, wo GSM nur eines unterbringt. Dafür braucht es ein sauberes Signal; bei schlechtem Empfang schaltet EDGE auf langsamere, robustere Stufen zurück. Die Netzbetreiber konnten es ab Mitte der 2000er-Jahre mit einem Software-Update und neuen Sendemodulen in ihre GSM-Netze bringen, ohne neue Frequenzen. Deshalb war EDGE lange auch dort verfügbar, wo es kein UMTS gab, vor allem auf dem Land. Das erste iPhone von 2007 surfte ausschließlich über EDGE.
EDGE heute
Seit 3G 2021 abgeschaltet wurde, ist EDGE die Rückfallebene, wenn kein LTE zu empfangen ist. Für Messenger und E-Mail ohne Anhang reicht es knapp. Eine Webseite von heute braucht über EDGE zehn Sekunden und mehr, ein Video läuft gar nicht.
Als Internetanschluss für zuhause taugt EDGE nicht. Zeigt dein Router oder Handy zuhause regelmäßig „E“, ist der LTE-Empfang an diesem Platz zu schwach. Dann hilft ein anderer Standort oder eine Außenantenne; Tipps dazu stehen unter Empfang verbessern.
Wann EDGE abgeschaltet wird
EDGE verschwindet zusammen mit GSM. Die Telekom will ihr 2G-Netz zum 30. Juni 2028 abschalten, o2 in der zweiten Jahreshälfte 2028, Vodafone schrittweise bis Ende 2030. Die frei werdenden Frequenzen bei 900 und 1800 MHz bekommen LTE und 5G.