WiMAX

WiMAX galt um 2008 als Hoffnung für Orte ohne DSL. Hier steht, was daraus geworden ist.

Stand:

WiMAX (Worldwide Interoperability for Microwave Access) ist ein Funkstandard nach IEEE 802.16 für Internetzugänge über größere Entfernungen. Er kam aus der Computerwelt, nicht aus dem Mobilfunk, und war eine Zeit lang der Gegenspieler von LTE. In Deutschland spielt er heute keine Rolle mehr.

WiMAX in Deutschland

Im Dezember 2006 versteigerte die Bundesnetzagentur Frequenzen zwischen 3,4 und 3,6 GHz für drahtlose Breitbandzugänge. Fünf Firmen kauften Lizenzen für 28 Regionen, zusammen für 56 Millionen Euro. Das war rund ein Tausendstel dessen, was die UMTS-Lizenzen gekostet hatten. Die Idee: Funk-DSL für Dörfer, in die keine Leitung reichte.

Daraus wurde wenig. Die bundesweit größte Anbieterin, die Deutsche Breitband Dienste (DBD), versorgte nur einzelne Inseln und baute später Teile ihres Netzes wieder ab. Regionale Anbieter kamen mit den Ausbaupflichten nicht hinterher, einige gaben ihre Lizenz zurück oder gingen in die Insolvenz. Die Geräte waren teuer, Smartphones mit WiMAX gab es hierzulande praktisch nicht.

Warum LTE gewann

Die Mobilfunkbetreiber setzten weltweit auf LTE, weil es auf ihren bestehenden Netzen und Frequenzen aufbaute. Damit kamen die großen Stückzahlen und billigen Chips zu LTE. Formal galten beide als 4G-Techniken, im Markt entschied sich das um 2010. Selbst große WiMAX-Netzbetreiber in den USA und Asien stellten danach auf LTE um.

Die Technik lebt in Teilen weiter: OFDM und MIMO nutzte WiMAX ebenso wie LTE. Und der Frequenzbereich um 3,5 GHz ist heute das Kernband von 5G in Deutschland. Was WiMAX für das Dorf ohne DSL versprach, leisten heute LTE- und 5G-Router; mehr dazu unter Internet ohne Festnetz.