Was ist LTE?
LTE ist die vierte Mobilfunkgeneration und heute das Netz, das fast überall in Deutschland liegt. Hier steht, wie es funktioniert, was es zuhause leistet und wo 5G anschließt.
Stand:
LTE steht für Long Term Evolution und ist der Mobilfunkstandard, den Handys und Router als „4G“ anzeigen. Er überträgt Daten per Funk zwischen Mast und Gerät. Eine Leitung ins Haus braucht er nicht. In Deutschland läuft LTE seit 2010 und ist heute das Netz mit der größten Reichweite: Die Bundesnetzagentur zählte Anfang 2025 rund 97,5 Prozent der Fläche, die mindestens ein Netzbetreiber mit 4G versorgt.
Für zuhause heißt das: Ein LTE- oder 5G-Router mit SIM-Karte macht aus dem Mobilfunksignal ein WLAN für alle Geräte im Haushalt. Das ist die Alternative, wenn keine schnelle Leitung liegt, und die Überbrückung, wenn ein Anschluss noch auf sich warten lässt.

Wie LTE funktioniert
LTE wurde vom Normungsgremium 3GPP entwickelt und 2008 als Release 8 festgeschrieben. Es löste UMTS ab und brachte drei Neuerungen, die bis heute tragen.
- Nur noch Datenpakete. LTE kennt keine eigene Leitung für Sprache mehr. Auch Telefonate laufen als Daten, das nennt sich VoLTE (Voice over IP im Mobilfunk).
- Viele schmale Träger statt eines breiten. Das Verfahren OFDM teilt einen Kanal in Hunderte Unterträger. Das macht die Verbindung robust gegen Reflexionen an Häusern und Hügeln.
- Mehrere Antennen gleichzeitig. Mit MIMO senden Mast und Router über zwei oder vier Antennen parallel, die Datenrate steigt entsprechend.
Ein LTE-Kanal ist bis zu 20 MHz breit. Seit LTE-Advanced bündelt das Netz mehrere solcher Kanäle aus verschiedenen Frequenzbändern, das heißt Carrier Aggregation. Wie viele Bänder ein Gerät bündeln kann, verrät seine LTE-Kategorie.
Auf welchen Frequenzen LTE funkt
In Deutschland nutzen die Netzbetreiber für LTE Bänder zwischen 700 MHz und 2,6 GHz. Die Faustregel ist einfach: Tiefe Frequenzen reichen weit und kommen gut durch Wände, hohe Frequenzen tragen viel Kapazität, aber nur auf kurze Distanz.
| Band | Frequenz | Stärke | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| 28 | 700 MHz | große Reichweite | Fläche, heute vor allem für 5G genutzt |
| 20 | 800 MHz | große Reichweite | Fläche; das Band, mit dem LTE 2010 auf dem Land startete |
| 8 | 900 MHz | gute Reichweite | Fläche, Gebäudeversorgung |
| 3 | 1800 MHz | ausgewogen | Kleinstädte und Städte |
| 1 | 2100 MHz | ausgewogen | frühere UMTS-Frequenzen, heute LTE und 5G |
| 7 | 2600 MHz | hohe Kapazität | Innenstädte, stark genutzte Zellen |
Der Start auf dem Land war kein Zufall. Die Frequenzen bei 800 MHz kamen aus der Digitalen Dividende, und die Auflagen der Versteigerung von 2010 verlangten, zuerst Orte ohne Breitband zu versorgen. So bekamen viele Dörfer schnelles Internet über LTE, bevor es in der Stadt ankam.
Wie schnell LTE zuhause ist
Die Höchstwerte in den Datenblättern liegen bei mehreren Hundert Mbit/s, moderne Router bündeln Bänder bis über 1 Gbit/s. Was bei dir ankommt, hängt von vier Dingen ab: wie weit der Mast weg ist, was zwischen Router und Mast steht, wie viele Menschen die Funkzelle gerade nutzen und welche Bänder dein Router kann.
In der Praxis reicht die Spanne von einstelligen Mbit/s am Rand einer vollen Zelle bis zu mehr als 100 Mbit/s mit gutem Empfang. Die Tarife für zuhause deckeln die Geschwindigkeit oft selbst, etwa auf 50 oder 300 Mbit/s. Was das gegenüber DSL, Kabel und Glasfaser bedeutet, steht unter Vor- und Nachteile von LTE.
LTE und 5G
5G ersetzt LTE nicht, es baut darauf auf. Viele 5G-Verbindungen laufen bis heute im sogenannten Non-Standalone-Modus: Die Steuerung übernimmt LTE, 5G liefert zusätzliche Kapazität. Erst mit 5G Standalone arbeitet 5G ganz ohne LTE-Anker. Telekom, Vodafone und o2 bieten das inzwischen an.
Für dich zuhause bleibt LTE die Rückfallebene. Wo 5G nicht hinreicht, im Keller oder am Ortsrand, übernimmt LTE, und ein 5G-Router kann beides. Ob sich 5G für dich lohnt, erklärt die Seite 5G oder LTE.
4G, 3.9G, NGMN: die vielen Namen
In der Anfangszeit kursierten mehrere Bezeichnungen. Streng genommen erfüllte erst LTE-Advanced die Anforderungen der Internationalen Fernmeldeunion an „4G“; das erste LTE wurde deshalb manchmal 3.9G genannt. Im Handel setzte sich 4G für alles durch, was LTE heißt. NGMN (Next Generation Mobile Networks) war der Name eines Industrieverbands, der die Anforderungen an das Netz nach UMTS formuliert hat, und kein eigener Standard.
Die Konkurrenten von damals sind verschwunden. WiMAX setzte sich in Deutschland nie durch, das 3G-Netz ist seit 2021 abgeschaltet. Was von den älteren Generationen noch läuft, ist GSM für Telefonate und als Notnagel.
Was du für LTE zuhause brauchst
Drei Dinge: Empfang an deiner Adresse, einen Tarif, der die Nutzung im Router erlaubt, und ein passendes Gerät. Den Empfang prüfst du vorab mit den Netzkarten der Betreiber, wie das geht, steht unter LTE-Verfügbarkeit prüfen. Welche Router es gibt, zeigt die Seite LTE-Hardware. Und wie dein Ort versorgt ist, mit LTE, 5G und Leitungen, findest du unter Orte.
Tarife für LTE und 5G zuhause, zusammen mit DSL, Kabel und Glasfaser zum Vergleich, stehen im Tarifvergleich.
Ist LTE dasselbe wie 4G?
Im Alltag ja. Router und Handys zeigen LTE als 4G an, und auch die Netzbetreiber verwenden beide Begriffe gleich.
Wird LTE abgeschaltet, wenn 5G fertig ausgebaut ist?
Ein Abschalttermin ist nicht angekündigt. LTE trägt bis heute einen großen Teil des Verkehrs, die Telefonie über VoLTE und die Steuerung vieler 5G-Verbindungen. Ein LTE-Router bleibt deshalb noch Jahre nutzbar.
Kann ich mit LTE auch telefonieren?
Ja. Handys telefonieren über VoLTE, und viele Router für zuhause haben einen Anschluss für ein normales Festnetztelefon. Ob eine Festnetznummer dabei ist, hängt vom Tarif ab.