Vorteile und Nachteile von LTE zuhause
LTE zuhause ist schnell eingerichtet und braucht keine Leitung. Dafür teilst du dir das Netz mit anderen. Hier steht ehrlich, wann es gegen DSL, Kabel und Glasfaser gewinnt und wann nicht.
Stand:
Internet über LTE lohnt sich zuhause vor allem dort, wo die Leitung schwach ist oder fehlt. Ein Router mit SIM-Karte ist in Minuten startklar, braucht keinen Techniker und kann an einem guten Standort mehr liefern als ein langsamer DSL-Anschluss. Gegen Glasfaser und Kabel verliert LTE dagegen fast immer: bei der Latenz, bei der Stabilität am Abend und beim Datenvolumen.
Die Frage ist deshalb selten, ob LTE „gut“ ist. Sie lautet: Ist es an deiner Adresse besser als die Leitung, die du bekommen kannst?
LTE, 5G, DSL, Kabel und Glasfaser im Vergleich
| LTE | 5G | DSL / VDSL | Kabel | Glasfaser | |
|---|---|---|---|---|---|
| Download zuhause, grob | 10 bis 150 Mbit/s, je nach Empfang | 50 bis mehrere 100 Mbit/s | 16 bis 250 Mbit/s, je nach Leitungslänge | bis 1.000 Mbit/s | bis 1.000 Mbit/s und mehr |
| Latenz, typisch | 20 bis 50 ms | 10 bis 30 ms | 10 bis 25 ms | 10 bis 20 ms | unter 10 ms |
| Datenvolumen | je nach Tarif begrenzt oder unbegrenzt | unbegrenzt | |||
| Leistung am Abend | sinkt, wenn die Funkzelle voll ist | stabil | kann im Segment sinken | stabil | |
| Einrichtung | Router einstecken, fertig | Leitung vorhanden, Schaltung nötig | Hausanschluss nötig | ||
| Umzug | Adresse wechseln, Gerät mitnehmen | neuer Anschluss an der neuen Adresse | |||
Die Werte sind Richtgrößen aus dem Alltag, keine Zusagen. Bei Funk entscheidet der Standort mehr als die Technik: Derselbe 5G-Tarif bringt im einen Haus 400 Mbit/s und zwei Straßen weiter 40.
Was für LTE und 5G zuhause spricht
- Keine Leitung nötig. In Weilern, Neubaugebieten ohne Anschluss oder am Ende einer langen Kupferleitung ist Mobilfunk oft das Schnellste, was es gibt.
- Sofort startklar. Der Router kommt per Post. Kein Technikertermin, kein Warten auf die Schaltung.
- Überbrückung. Wenn der Glasfaseranschluss erst in Monaten kommt oder du nach einem Umzug ohne Internet dastehst, gibt es Tarife ohne lange Laufzeit.
- Mitnehmen. Bei einem Umzug ziehst du mit dem Router um und meldest nur die neue Adresse.
- Schneller als schwaches DSL. Wo DSL bei 16 Mbit/s endet, schafft LTE mit gutem Empfang ein Vielfaches.
Was dagegen spricht
Ein geteiltes Medium
Alle Geräte in einer Funkzelle teilen sich deren Kapazität: Handys auf der Straße, Router in den Nachbarhäusern, Autos auf der Bundesstraße. Am Abend, wenn alle streamen, sinkt die Rate. Eine Leitung gehört dagegen dir allein, zumindest bis zum Verteiler.
Latenz und Schwankungen
Für Surfen, Streaming und Videokonferenzen reicht die Latenz von LTE gut. Bei schnellen Online-Spielen merkst du den Unterschied zu Glasfaser, vor allem weil sie schwankt. 5G Standalone verkürzt die Wege, ganz an eine Leitung kommt es nicht heran.
Datenvolumen und Drosselung
Viele Tarife für zuhause enthalten ein festes Volumen, etwa 100 oder 200 GB im Monat. Ist es aufgebraucht, wird gedrosselt, je nach Tarif auf wenige Hundert kbit/s, oder die Verbindung endet bis zum Monatswechsel. Wer viel streamt, braucht einen Tarif ohne Volumengrenze. Ein Haushalt mit zwei Personen, die abends Serien schauen, kommt schnell auf 200 GB und mehr.
Wände, Bäume, Wetter
Funk verliert an jeder Wand. Stahlbeton, Dämmung mit Alufolie und Fenster mit Wärmeschutzbeschichtung schlucken besonders viel. Belaubte Bäume zwischen Haus und Mast kosten im Sommer spürbar Leistung, nasses Laub noch mehr. Starker Regen beeinflusst die üblichen Frequenzen dagegen kaum. Wie du gegensteuerst, mit Router am Fenster oder einer Außenantenne, steht unter Empfang verbessern.
Upload
Der Upload ist bei Funk oft der Engpass. Tarife für zuhause nennen meist 10 bis 50 Mbit/s nach oben, Glasfaser liefert ein Vielfaches. Für Videotelefonate reicht das, für regelmäßige große Uploads in die Cloud eher nicht.
Wann LTE die bessere Wahl ist
Nimm Mobilfunk, wenn an deiner Adresse nur DSL mit 16 Mbit/s oder weniger möglich ist und das Netz dort gut ausgebaut ist. Ebenso, wenn du schnell Internet brauchst und auf die Leitung warten müsstest, oder wenn du nur für einige Monate an einem Ort wohnst.
Bleib bei der Leitung, wenn Kabel oder Glasfaser liegt. Auch mit VDSL ab 100 Mbit/s fährst du meist stabiler, vor allem bei viel Streaming, Online-Spielen oder Homeoffice mit vielen Videokonferenzen.
Ein Mittelweg sind Hybrid-Anschlüsse, die DSL und Mobilfunk bündeln; die Telekom bietet so etwas an, mehr dazu unter Telekom. Wie es an deinem Wohnort um Netz und Leitungen steht, zeigen die Seiten unter Orte. Tarife beider Welten nebeneinander findest du im Tarifvergleich, und den Weg ganz ohne Leitung beschreibt Internet ohne Festnetz.
Recht auf Versorgung: was dir zusteht
Seit Dezember 2021 hat jeder Haushalt in Deutschland ein Recht auf einen Mindest-Internetzugang. Die Werte legt eine Verordnung fest; derzeit gelten 15 Mbit/s im Download, 5 Mbit/s im Upload und höchstens 150 Millisekunden Latenz. Der Zugang darf auch über Funk kommen. Wer darunter liegt, kann sich an die Bundesnetzagentur wenden, die dann einen Anbieter zur Versorgung verpflichten kann. Das Verfahren dauert, für die meisten Haushalte ist ein LTE- oder 5G-Tarif der schnellere Weg.
Ist LTE zuhause schneller als DSL?
Gegenüber DSL mit 16 Mbit/s fast immer, wenn der Empfang stimmt. Gegenüber VDSL mit 100 oder 250 Mbit/s nur an sehr guten Standorten, und dann ohne die Stabilität der Leitung.
Reicht LTE für Homeoffice?
Für E-Mail, VPN und Videokonferenzen meist ja. Prüfe vorher den Upload und die Latenz zu den Uhrzeiten, in denen du arbeitest, am besten mit einem Tarif ohne lange Laufzeit.
Beeinflusst Regen den Empfang?
Kaum. Spürbar sind dagegen Laub zwischen Haus und Mast, nasse Fassaden und bauliche Hindernisse.