LTE- und 5G-Hardware für zuhause
Für Internet über Mobilfunk brauchst du ein Gerät, das aus dem Funksignal ein Heimnetz macht. Hier steht, welche Gerätearten es gibt, worauf du achten solltest und wann eine Außenantenne hilft.
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Für Internet zuhause über LTE oder 5G ist ein stationärer Router mit SIM-Karte die richtige Wahl. Er steht am Fenster, verteilt das Netz per WLAN und LAN-Kabel und hat oft einen Anschluss für ein Telefon. Mobile Hotspots und Surfsticks sind für unterwegs gebaut. Zuhause stoßen sie schnell an Grenzen, weil ihre Antennen klein sind und sie wenige Geräte gleichzeitig versorgen.
Ob du einen 4G- oder 5G-Router nimmst, hängt vom Netz an deiner Adresse ab. Wo 5G ankommt, lohnt sich ein 5G-Router fast immer, denn er beherrscht LTE als Rückfallebene mit. Ausführlich zu 5G-Geräten steht es unter 5G-Router.
Die Gerätearten im Überblick
| Gerät | Wofür | Stärken | Schwächen |
|---|---|---|---|
| Stationärer LTE-/5G-Router | Internet zuhause | größere Antennen, Anschlüsse für externe Antennen, LAN, oft Telefonanschluss, starkes WLAN | braucht Steckdose, nicht für unterwegs |
| Router mit Außeneinheit | schwacher Empfang im Haus | Funkteil sitzt außen am Haus, ein Netzwerkkabel führt nach innen | Montage nötig |
| Mobiler Hotspot | unterwegs, Ferienwohnung, Überbrückung | Akku, klein, schnell eingerichtet | kleine Antennen, wenige Geräte, im Akkubetrieb oft gebremst |
| Surfstick (USB) | ein einzelner Laptop | günstig, kein Netzteil | versorgt nur ein Gerät, kaum noch im Handel |
| Smartphone als Hotspot | kurzfristig | schon vorhanden | Akku, Wärme, viele Handytarife verbieten Dauerbetrieb als Router |
Router von Anbietern und aus dem Handel
Die Netzbetreiber geben zu ihren Tarifen für zuhause eigene Geräte aus. Meist mietest du sie mit. Vodafone liefert zum GigaCube-Tarif den gleichnamigen Router in einer 4G- und einer 5G-Version, o2 die HomeSpot-Router, 1&1 zum Tarif „5G zu Hause“ einen HomeServer 5G. Bei der Telekom gehört zum Hybrid-Anschluss der Speedport Smart 4 mit einem 5G-Empfänger für die Hauswand. Diese Geräte sind auf den Tarif abgestimmt, teils funktionieren sie nur mit der SIM-Karte des Anbieters.
Wer ein eigenes Gerät will, findet im Handel Router von verschiedenen Herstellern. Bekannt sind die FRITZ!Box-Modelle mit Mobilfunkmodem: die 6850 LTE, die 6850 5G und die 6860 5G. Die 6860 5G lässt sich über ein einziges Netzwerkkabel mit Strom versorgen (PoE) und kann so an einem Fenster im Obergeschoss hängen, während das WLAN aus einem zweiten Gerät im Wohnraum kommt.
Prüfe den Tarif, bevor du kaufst
Nicht jede SIM-Karte darf in einen Router. Manche Handytarife schließen den stationären Betrieb in der Leistungsbeschreibung aus, und manche Tarife für zuhause binden dich an das Gerät des Anbieters. Bei 1&1 etwa läuft „5G zu Hause“ mit fremden Routern nur mit physischer SIM-Karte und eigener Zugangskennung. Lies vor dem Kauf nach, was dein Tarif erlaubt.
Gerätekategorien: was die Zahlen bedeuten
LTE-Geräte werden nach Kategorien eingeteilt, kurz Cat. Die Kategorie sagt, wie viel ein Modem höchstens schafft, vor allem wie viele Frequenzbänder es per Carrier Aggregation bündelt und wie viele Antennen es nutzt.
| Kategorie | Download höchstens | Einordnung |
|---|---|---|
| Cat 4 | 150 Mbit/s | einfache Hotspots und Sticks, kein Bündeln von Bändern |
| Cat 6 | 300 Mbit/s | ältere Router, zwei Bänder gebündelt |
| Cat 12 / Cat 16 | 600 bis 1.000 Mbit/s | gute LTE-Router mit 4x4 MIMO |
| Cat 18 / Cat 20 | 1,2 bis 2 Gbit/s | LTE-Teil in vielen 5G-Modems |
| 5G NR | mehrere Gbit/s | keine Cat-Stufen; achte auf die unterstützten Bänder und auf 5G Standalone |
Die Höchstwerte erreicht kein Haushalt. Trotzdem zählt die Kategorie: Ein Router, der mehr Bänder bündelt, holt auch bei mittlerem Empfang mehr heraus, weil er Kapazität aus mehreren Zellen zusammensetzt. Für zuhause sollte es mindestens Cat 6 sein. Prüfe außerdem, ob das Gerät die in Deutschland genutzten Bänder kann, vor allem 800 MHz (Band 20) für die Fläche und bei 5G das Band n78 bei 3,6 GHz.
Außenantennen
Eine Außenantenne ist das wirksamste Mittel gegen schlechten Empfang im Haus. Sie sitzt am Dach oder an der Hauswand, sieht den Funkmast ohne dicke Wände dazwischen und wird per Kabel an den Router angeschlossen. Zwei Bauarten gibt es:
- Richtantennen bündeln das Signal in eine Richtung. Sie bringen am meisten, müssen aber genau auf den Mast ausgerichtet werden.
- Rundstrahlantennen empfangen aus allen Richtungen. Sie bringen weniger Gewinn, dafür wechselst du problemlos zwischen Masten.
Für LTE und 5G brauchst du eine MIMO-Antenne mit mindestens zwei Anschlüssen, für 5G besser vier. Der Router muss Buchsen für externe Antennen haben; üblich sind SMA, bei kleinen Geräten TS-9 oder CRC-9. Halte das Kabel kurz. Auf zehn Metern dünnem Koaxialkabel geht ein Großteil des Gewinns wieder verloren.
Eine Alternative zum langen Antennenkabel ist ein Router, der selbst außen sitzt, oder eine Außeneinheit wie der 5G-Empfänger der Telekom, die nur ein Netzwerkkabel ins Haus braucht. Bei Netzwerkkabel spielt die Länge kaum eine Rolle. Wie du die Antenne ausrichtest und was sonst den Empfang verbessert, steht unter Empfang verbessern.
Worauf du beim Kauf achtest
- 5G, wenn es an deiner Adresse verfügbar ist, sonst ein LTE-Router ab Cat 6. Die Abdeckung prüfst du unter LTE-Verfügbarkeit.
- Anschlüsse für externe Antennen, falls der Empfang knapp ist.
- Ein Telefonanschluss, wenn du deine Festnetznummer weiter nutzen willst und der Tarif Telefonie enthält.
- WLAN-Standard Wi-Fi 6 oder neuer und mindestens ein LAN-Anschluss.
- Updates vom Hersteller. Ein Router hängt dauerhaft am Internet und braucht Sicherheitsupdates.
Tarife für LTE und 5G zuhause, teils mit Router, findest du im Tarifvergleich.
Kann ich einen alten UMTS-Stick noch nutzen?
Kaum. Das 3G-Netz ist bei allen Netzbetreibern seit 2021 abgeschaltet. Ein Stick ohne LTE fällt auf GSM zurück und kommt dort nicht über die Geschwindigkeit eines alten Modems hinaus.
Brauche ich für 5G einen neuen Router?
Ja. Ein LTE-Router kann kein 5G. Umgekehrt funktioniert jeder 5G-Router auch mit LTE.
Lohnt sich eine Außenantenne?
Wenn dein Router im Haus nur ein bis zwei Balken zeigt, oft ja. Bei gutem Empfang bringt sie wenig. Teste vorher mit dem Router an verschiedenen Fenstern, bevor du bohrst.