Empfang für LTE und 5G zuhause verbessern

Ein paar Meter und ein Stockwerk machen beim Mobilfunk oft mehr aus als der teurere Tarif. Hier steht, wie du den besten Platz für den Router findest, wann sich eine Außenantenne lohnt und wie du die Signalwerte liest.

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Der Platz des Routers entscheidet mehr über dein Tempo als fast alles andere. Jede Wand zwischen Router und Mast kostet Signal, beschichtete Fenster und Stahlbeton am meisten. Fang deshalb mit dem an, was nichts kostet: dem Aufstellort. Erst danach lohnt sich Geld für Antennen.

Je höher und näher am Fenster zum Mast, desto besser der Empfang. Am besten ist eine Antenne außen am Dach.MastAußenantenne: sehr gutOG am Fenster: gutEG am Fenster: mäßigKeller: schwach
Höhe und Fenster zum Mast bringen am meisten. Im Keller oder in der Mitte des Hauses verliert der Router viel Signal.

Der richtige Aufstellort

  • Hoch: Im Obergeschoss ist das Signal fast immer besser als im Erdgeschoss, im Keller ist es meist am schlechtesten.
  • Am Fenster: Ein Fenster in Richtung Mast lässt mehr durch als jede Wand. Bei Wärmeschutzverglasung hilft manchmal das gekippte Fenster oder ein Platz neben dem Fensterrahmen.
  • Frei: Nicht hinter dem Fernseher, nicht im Metallregal, nicht neben dem Heizkörper.
  • Ruhig: Ist der beste Platz gefunden, lass den Router dort. Jeder Umzug verändert die Werte.

Wo der Mast steht, findest du in der EMF-Datenbank der Bundesnetzagentur, die die Standorte mit Sendeanlagen zeigt. Welcher Betreiber dort funkt, steht nicht dabei. Probier die Seiten des Hauses deshalb nacheinander durch und vergleiche die Werte.

Das WLAN kommt danach. Steht der Router für den Empfang unterm Dach, verteilst du das Netz mit einem Mesh-System oder per Kabel im Haus.

Die Signalwerte lesen

Die Balken im Router sind grob und von Hersteller zu Hersteller anders gerechnet. Besser sind die Werte, die fast jeder LTE- und 5G-Router in seinem Menü zeigt, oft unter „Mobilfunk“ oder „Status“. Bei 5G heißen sie SS-RSRP, SS-RSRQ und SS-SINR und werden genauso gelesen.

WertWas er misstsehr gutgutmäßigschwach
RSRP (dBm)Stärke des Signalsüber -80-80 bis -90-90 bis -100unter -100
RSRQ (dB)Qualität, auch Auslastung der Zelleüber -10-10 bis -15-15 bis -20unter -20
SINR (dB)Abstand des Signals zu Störungenüber 2013 bis 200 bis 13unter 0

Die Grenzen sind Faustwerte, keine Norm. Für das Tempo zählt der SINR am meisten: Ein starkes Signal mit viel Störung bringt weniger als ein mittleres, sauberes. Ändere immer nur eine Sache, warte eine Minute und lies dann ab.

Speedtest dazu

Miss am besten morgens und abends, an mehreren Tagen. Abends zeigt sich, wie voll die Zelle ist. Gute Signalwerte und abends trotzdem wenig Tempo heißt: Die Zelle ist ausgelastet, nicht dein Empfang.

Außenantenne und MIMO

Wenn kein Platz im Haus reicht, hilft eine Außenantenne am Dach oder an der Fassade. Sie umgeht Wände und Fenster und sitzt höher. Zwei Bauformen gibt es: Richtantennen bündeln das Signal in eine Richtung und holen auch einen weit entfernten Mast herein, Rundstrahler fangen aus allen Richtungen und sind leichter zu montieren.

LTE und 5G arbeiten mit MIMO: mehrere Antennen senden und empfangen gleichzeitig. Ein Router mit 4x4 MIMO braucht für das volle Tempo auch eine Antenne mit vier Anschlüssen. Mit zwei Anschlüssen läuft es, aber langsamer. Achte auf den Frequenzbereich: Für 5G auf 3,6 GHz muss die Antenne bis 3,8 GHz reichen.

Das Antennenkabel dämpft. Je länger und dünner, desto mehr Signal geht verloren, auf hohen Frequenzen besonders. Halte es unter zehn Metern. Oder nimm ein Außengerät, das selbst draußen hängt und die Daten über ein Netzwerkkabel ins Haus schickt; mehr dazu bei den 5G-Routern.

Frequenzband und Zelle wählen

Viele Router suchen sich selbst das stärkste Signal. Das ist nicht immer das schnellste. Ein LTE-Signal auf 800 MHz kommt kräftig an, hat aber wenig Bandbreite. Ein etwas schwächeres Signal auf 1800 MHz oder 5G auf 3,6 GHz liefert oft mehr. Bessere Router lassen dich das Frequenzband fest einstellen oder einzelne Bänder abschalten.

So gehst du vor:

  1. Lies ab, welches Band und welche Zelle der Router gerade nutzt.
  2. Stell nacheinander die anderen Bänder fest ein und miss jeweils das Tempo.
  3. Behalte die schnellste Einstellung, nicht die mit dem stärksten Signal.
  4. Lass Carrier Aggregation an, wenn der Router mehrere Bänder bündeln kann. Fixierst du nur ein Band, verlierst du die Bündelung.

Manche Router erlauben auch, sich an eine bestimmte Funkzelle zu binden (Cell Lock). Das hilft, wenn eine weiter entfernte, aber leerere Zelle schneller ist als die nahe, volle. Bei Problemen setzt du die Einstellung zurück, damit der Router wieder selbst wählt.

Wenn nichts hilft: das Netz wechseln

Telekom, Vodafone und o2 haben ihre Masten an verschiedenen Orten. Was im einen Netz schwach ist, kann im anderen gut sein. Teste mit einer Prepaid-SIM des anderen Netzes, bevor du in Antennen investierst. Welche Anbieter an deinem Ort funken, zeigt die Ortsseite, die Tarife stehen im Vergleich. Reicht kein Netz, findest du die Alternativen unter Internet ohne Festnetz.