Carrier Aggregation
Carrier Aggregation ist der Grund, warum derselbe Mast mit einem Router 50 und mit einem anderen 200 Mbit/s liefert. Hier steht, wie das zusammenhängt.
Stand:
Carrier Aggregation (CA, Trägerbündelung) heißt, dass Netz und Router mehrere Funkträger, meist auf verschiedenen Frequenzbändern, gleichzeitig für eine Verbindung nutzen. Die Datenraten der einzelnen Träger addieren sich. Eingeführt wurde CA mit LTE-Advanced; das Handy zeigt dann oft „LTE+“ oder „4G+“.
Wie es funktioniert
Ein deutscher LTE-Mast funkt meist auf mehreren Bändern: 800 MHz für die Reichweite, 1800 und 2100 MHz für das Mittelfeld, 2600 MHz für viel Kapazität auf kurze Strecke. Ohne CA hängt dein Router an genau einem davon. Mit CA hält ein Träger die Steuerung (Primary Cell), weitere Träger kommen für die Daten dazu (Secondary Cells). Ein 20-MHz-Träger bei LTE bringt mit 2x2 MIMO bis zu 150 Mbit/s, drei gebündelt das Dreifache, abzüglich dessen, was andere Nutzer in der Zelle brauchen.
Bei 5G geht das weiter. Im Non-Standalone-Betrieb wird LTE mit 5G gebündelt (EN-DC). Bei 5G Standalone bündelt das Netz reine 5G-Träger, etwa das breite 3,6-GHz-Band mit 700 MHz für die Reichweite oder fürs Senden.
Was das für deinen Router heißt
Carrier Aggregation ist in allen großen Netzen aktiv. Die Grenze setzt das Gerät. Wie viele Träger ein LTE-Router bündeln kann, steht in seiner LTE-Kategorie: Kategorie 4 bleibt meist bei einem Träger, Kategorie 6 bündelt zwei, Kategorie 12 und 16 drei bis vier. Zusätzlich muss der Router die Bandkombinationen beherrschen, die dein Netz nutzt. Gute Hersteller listen sie im Datenblatt.
CA hilft auch bei mäßigem Empfang. Fällt ein Band schwach aus, steuert ein anderes etwas bei, und die Verbindung schwankt weniger. Ein Router mit gutem CA ist deshalb oft das wirksamere Upgrade als ein teurer Tarif. Worauf du beim Kauf achtest, steht unter LTE-Hardware und 5G-Router.