Duplexverfahren
Ein Funknetz muss gleichzeitig senden und empfangen. Hier steht, wie FDD und TDD das lösen und warum dein 5G-Upload anders ausfällt als bei LTE.
Stand:
Ein Duplexverfahren legt fest, wie eine Verbindung Daten in beide Richtungen überträgt. Beim Halbduplex geht immer nur eine Richtung auf einmal, wie beim Funkgerät mit Sprechtaste. Beim Vollduplex laufen beide gleichzeitig, wie beim Telefon. Mobilfunk arbeitet für dich als Nutzer immer vollduplex, löst das technisch aber auf zwei Arten.
FDD: zwei Frequenzen
Bei FDD (Frequency Division Duplex) bekommt jede Richtung ihren eigenen Frequenzblock, getrennt durch einen Abstand. Der Downlink läuft auf dem einen, der Uplink auf dem anderen. Deshalb stehen Frequenzen oft als „2 × 10 MHz“ in den Versteigerungsergebnissen. Fast alle LTE-Bänder in Deutschland arbeiten so, von 700 MHz bis 2600 MHz, ebenso GSM.
TDD: eine Frequenz, abwechselnd
Bei TDD (Time Division Duplex) teilen sich beide Richtungen einen Block und wechseln sich im Takt von Millisekundenbruchteilen ab. Der Vorteil: Das Netz kann die Zeit ungleich verteilen und dem Downlink mehr geben. 5G auf 3,6 GHz, das Band mit dem meisten Tempo, arbeitet mit TDD. Die Netzbetreiber in Deutschland stimmen dort ihren Takt aufeinander ab, damit benachbarte Netze sich nicht stören, und geben dem Downlink rund drei Viertel der Zeit.
Was das für deinen Router heißt
Merken musst du davon wenig, denn dein Router wählt das Verfahren selbst. Zwei Folgen spürst du trotzdem. Über 5G auf 3,6 GHz ist der Download sehr viel schneller als der Upload, weil die Zeit so verteilt ist. Und weil hohe Frequenzen schlecht durch Wände kommen, schickt das Netz deinen Upload bei schwachem Empfang oft lieber über ein niedrigeres LTE-Band zurück. Wer viel hochlädt, etwa für Videokonferenzen oder Backups in die Cloud, sollte deshalb nicht nur auf den Download im Tarif schauen. Mehr dazu unter Upstream und 5G oder LTE.