5G oder LTE für zuhause?

Ob sich ein 5G-Router lohnt, hängt weniger vom Tarif ab als vom Signal an deinem Haus. Hier steht, worin sich LTE und 5G zuhause unterscheiden und wann LTE reicht.

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Kommt an deinem Haus 5G auf 3,6 GHz an, ist 5G die bessere Wahl. Sonst bringt es oft wenig mehr als LTE. Das liegt an den Frequenzen: Das schnelle 5G hat eine kurze Reichweite, das weitreichende 5G auf 700 MHz liefert ungefähr LTE-Tempo. Der Tarif ist meist derselbe, denn die Netzbetreiber schalten 5G in ihren Zuhause-Tarifen ohne Aufpreis frei.

Den Unterschied macht also der Router. Und der Ort, an dem er steht.

LTE und 5G im Vergleich

LTE (4G)5G
Tempo im Alltagmeist 20 bis 150 MBit/s, mit gutem Signal mehrauf 3,6 GHz oft 200 bis 600 MBit/s, auf 700 MHz etwa wie LTE
Uploadmeist 10 bis 50 MBit/sähnlich, oft noch über LTE abgewickelt
Latenz (Ping)etwa 20 bis 50 msetwa 15 bis 30 ms, mit Standalone teils darunter
Reichweite800 MHz: viele Kilometer700 MHz: viele Kilometer; 3,6 GHz: einige hundert Meter bis rund zwei Kilometer
Durch Wändegut auf 800 MHzgut auf 700 MHz, schwach auf 3,6 GHz
Abends in voller Zellespürbarer Einbruch möglichauf 3,6 GHz mehr Reserven
Routergünstig, große Auswahlteurer, Auswahl kleiner
Stromverbrauch Routerniedrigeretwas höher, vor allem unter Last
Abdeckung (Fläche, Juni 2026)rund 97,8 %96,2 % in allen Ausprägungen

Die Werte sind grobe Erfahrungswerte für einen Router im Haus, keine Zusage eines Anbieters. Die Flächenzahlen stammen aus dem Mobilfunk-Monitoring der Bundesnetzagentur.

Tempo: wo 5G vorne liegt

LTE ist heute ausgereift. Mit Carrier Aggregation bündelt ein Router mehrere Frequenzen, und unter guten Bedingungen kommen auch über LTE einige hundert MBit/s an. Wie viel dein Router bündeln kann, verrät seine LTE-Kategorie.

5G spielt seinen Vorteil auf 3,6 GHz aus. Dort haben die Netzbetreiber breite Frequenzblöcke, und die Zelle hält mehr Nutzer aus, bevor das Tempo einbricht. Für einen Haushalt, der abends streamt, ist das der eigentliche Gewinn: weniger Spitze, mehr Reserve.

Auf 700 MHz sieht es anders aus. Der Router zeigt „5G“, liefert aber nicht mehr als LTE.

Latenz

Für Surfen, Streaming und Videotelefonie reicht die Latenz von LTE aus. 5G ist ein wenig schneller in der Reaktion, und mit 5G Standalone fällt der Umweg über das LTE-Kernnetz weg. Wer online spielt oder viel per Fernzugriff arbeitet, merkt den Unterschied. Alle anderen kaum.

Reichweite und Empfang im Haus

Hohe Frequenzen verlieren in Mauern, Wärmeschutzverglasung und Laub viel Signal. Das trifft 5G auf 3,6 GHz stärker als LTE auf 800 MHz. Ein 5G-Router im Keller oder in der Mitte eines Altbaus empfängt deshalb oft nur LTE oder 5G auf 700 MHz, während derselbe Router am Fenster im Dachgeschoss auf 3,6 GHz kommt.

Teste deshalb, bevor du dich festlegst. Wie du Signalwerte liest und den Empfang verbesserst, steht unter Empfang verbessern.

Router, Preise und Stromverbrauch

Die Tarife unterscheiden sich kaum: Vodafone, o2 und die Telekom schalten 5G in ihren Zuhause-Tarifen ohne Aufpreis frei. Was du mehr zahlst, zahlst du für den Router. Gute LTE-Router gibt es für deutlich unter 200 Euro, 5G-Router kosten meist das Doppelte oder mehr. Die Netzbetreiber vermieten 5G-Router auch monatlich. Preise und Tarife stehen im Tarifvergleich.

Beim Strom liegt LTE vorne. Ein 5G-Modem braucht unter Last spürbar mehr als ein LTE-Modem, und weil der Router rund um die Uhr läuft, summiert sich das über das Jahr zu einigen Euro. An der Wahl ändert das selten etwas.

Gerätekompatibilität

  • Ein LTE-Router kann kein 5G, auch nicht per Update.
  • Ein 5G-Router fällt auf LTE zurück, wenn kein 5G da ist. Du verlierst also nichts.
  • Für Deutschland sollte ein 5G-Router mindestens die Bänder n28 (700 MHz) und n78 (3,6 GHz) können, dazu n1 und n3.
  • Für 5G Standalone müssen Router, Firmware und Tarif SA unterstützen.
  • Die SIM-Karte ist meist dieselbe: Aktuelle SIM-Karten funktionieren in LTE und 5G.

Mehr zu den Geräten steht auf der Seite 5G-Router für zuhause, zu LTE-Routern unter LTE-Hardware.

So entscheidest du zwischen LTE und 5G

  • Nimm 5G, wenn ein Smartphone oder Testrouter am geplanten Platz 5G auf n78 anzeigt. Dann ist der Aufpreis für den Router gut angelegt.
  • Nimm 5G, wenn deine Zelle abends voll ist und LTE dann deutlich einbricht. 3,6 GHz entlastet genau dann.
  • LTE reicht, wenn bei dir nur 5G auf 700 MHz ankommt und du keinen Router für die nächsten Jahre kaufen willst.
  • LTE reicht, wenn du mobil nur überbrückst, etwa ein paar Monate bis zum Glasfaseranschluss.
  • Weder noch, wenn beide Signale schwach sind. Dann hilft zuerst eine Außenantenne oder ein Router fürs Fenster, sonst eine der Alternativen unter Internet ohne Festnetz.

Was an deinem Ort ankommt, zeigt die jeweilige Ortsseite: Dort steht, welcher Anteil der Haushalte 5G empfängt.